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Der "moderne Krieg"


Zu den gängigen Argumenten der Armeegegner gehört die genüsslich vorgebrachte Behauptung, dass das «Zeitalter der grossen Panzerschlachten» wohl für immer vorbei sei.

Eine Behauptung, die zunächst verkennt, dass in der zumeist hügeligen Schweiz das Gelände für grosse Panzerschlachten seit je fehlte. Die in allen Landesteilen zunehmende Überbauung erschwert das Auffahren grosser Panzerverbände weiter.

Doch mit Hinweisen auf fehlendes panzergängiges Gelände ist noch längst nicht gesagt, wie «moderner Krieg» tatsächlich aussehen könnte. Klar ist jedem denkenden Zeitgenossen nur: Würde die Schweizer Armee gemäss den Wünschen der Armeegegner abgeschafft, würde die Konfliktbereitschaft gewiss nicht verkleinert – im Gegenteil!

Moderne bewaffnete Konflikte
Sicher ist: Der Krieg von heute findet nicht oder zumindest nicht nur an der Landesgrenze statt. Getarnt in den grossen Ausländerkolonien in unserem Land, würden gewalttätige Aktivisten vor allem in den Städten, in überbautem und bevölkertem Gebiet Anschläge verüben und Unruhen entfesseln. Solche Gewalt würde jede Attacke von aussen begleiten! Und solche Gewalt ist nur schwierig zu bekämpfen. Die Polizeikräfte am Ort wären aller Voraussicht nach rasch überfordert. Es müsste also auch die Armee aufgeboten werden. Gut, dass Bundesrat Ueli Maurer für das vor rund zehn Jahren übereilt und fahrlässig aufgegebene Mobilmachungs-System rasch Ersatz schaffen will. Einsätze, wie der hier erwähnte, dürften aller Voraussicht nach äusserst kurzfristig als Antwort auf überraschend erfolgte Schläge angeordnet werden müssen.

Ohne Waffe?
Schlimm für zu solchem Einsatz aufgebotene Armeeformationen wäre es, wenn ihre Soldaten nicht ab erster Minute voll bewaffnet ein-satzfähig wären. Jene, welche die Waffen der Wehrmänner im Zeughaus zum «Abholen bei Bedarf» lagern möchten, müssen endlich zur Kenntnis nehmen: Die Zeughäuser von einst gibt es nicht mehr! Das Armee-Material lagert heute in den fünf Logistik-Zentren. Es gäbe dann Soldaten, die unbewaffnet über hundert Kilometer zurücklegen müssten, bis sie zu ihrer Waffe kämen – eine unmögliche Ausgangslage! Bis die so behinderte Armee (wenigstens teilweise) einsatzfähig wäre, hätten sich Unruhen längst ausgebreitet.

Nein: Der Soldat von heute, ausgebildet für denkbare Konflikte von heute, muss ab erster Minute seine Waffe auf sich tragen und notfalls einsetzen können. Der bewaffnete Soldat kann Unruhestifter einschüchtern, Gewalttätigkeit im Keim ersticken. Der unbewaffnete Soldat wäre bloss willkommene Zielscheibe; Unruhen würden angeheizt, statt dass sie von Anfang an wirksam eingedämmt werden könnten. Den Preis hätte die Zivilbevölkerung zu zahlen.

Waffenmonopol für Unruhestifter?
Wer die Armee entwaffnet, schafft ein Waffenmonopol für böswillige Unruhestifter, auch für Kriminelle und für Ausländer: Das wäre der «sicherste Weg», Unruhen und Blutvergiessen anzuheizen statt einzudämmen.

Gerade im Blick auf den «modernen Krieg» ist die per Initiative (Abstimmung am 13. Februar 2011) geforderte Entwaffnung aller Wehrmänner das dümmste, das am ehesten Gewalt fördernde Mittel.

Die notorischen Armeegegner, welche hinter der Entwaffnungs-Initiative stehen, wissen das ganz genau. Höchste Zeit, dass diejenigen, die für Frieden und Gewaltlosigkeit eintreten, diesen Zusammenhang endlich auch erkennen.

Nein zur Entwaffnungs-Initiative!

Ulrich Schlüer, Nationalrat

27.10.2010