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Wo ist das Zeughaus?


Am 13. Februar 2011, in drei Monaten also stimmt die Schweiz über die Entwaffnungs-Initiative ab. Die persönliche Waffe des Wehrmanns, fordert die Initiative, sei fortan nicht mehr beim Soldaten zu Hause, vielmehr «im Zeughaus» aufzubewahren und in Bereitschaft zu halten.

Es sei, schwadronieren die Initianten, jedem Wehrmann zuzumuten, seine persönliche Waffe dann, wenn er zum Beispiel das Obligatorische zu schiessen hat oder wenn er am Eidgenössischen Feldschiessen teilnehmen will, im Zeughaus abzuholen und sie nach absolvierter Übung dort wieder zu deponieren.

Logistik-Zentren statt Zeughäuser
Dazu stellt sich die Frage: Wo liegt denn dieses Zeughaus, wo die persönliche Waffe des Wehrmanns deponiert ist? Die Initianten behaupten: «Irgendwo in der Nähe». Die Initianten wissen, dass sie mit dieser Behauptung die Öffentlichkeit schamlos belügen.

Denn Zeughäuser gibt es für die Schweizer Armee von heute keine mehr. Das Material der Armee wird heute in fünf Logistik-Zentren in Hinwil/ZH, Othmarsingen/AG, Grolley/FR, Thun und Monte Ceneri gelagert. Dort müssten auch die persönlichen Waffen der Wehrmänner eingelagert und gewartet werden. Wer also in Ramsen, in Ulrichen, in Scuol das Obligatorische zu schiessen hätte, dafür müsste der Schaffhauser frühmorgens oder tags zuvor ins Logistikcenter nach Hinwil; der Schütze von Ulrichen müsste nach Grolley; der Schütze aus dem Engadin nach Hinwil. Dort wären die Waffen zu behändigen. Von dort ginge es zurück ins örtliche oder regionale Schützenhaus für das Schiessen. Anschliessend müssten die Waffen wieder zurückgebracht werden nach Hinwil bzw. nach Grolley zwecks ordnungsgemässer Deponierung der persönlichen Waffe gegen Aufbewahrungsquittung.

Das Ende des Obligatorischen
Offensichtlich wird: Solches wird nie und nimmer geschehen. Viermal die Strecke Scuol-Hinwil fürs Obligatorische? Das macht niemand – und das wissen die Initianten ganz genau. Es ist vielmehr das erklärte Ziel der Initianten, die ebenso nützliche wie von Vielen geschätzte Tradition des Obligatorischen und des Feldschiessens für alle Zeit zu zerstören. So, wie es – der Programm-Parteitag der SP hat dazu letzte Gewissheit geschaffen – das Ziel der Initianten ist, die Armee, die Verteidigungsbereitschaft der Schweiz unwiederbringlich zu zerstören.

Das wahre Ziel
Nur eine Minderheit der Initianten gibt das offen zu. Andere schlagen vor, die Armee könne ja eine dezentralisierte Waffenaufbewahrungs- und -wartungsorganisation aufziehen, damit Wehrmänner ihre Waffe fürs Obligatorische und fürs Feldschiessen «irgendwo in Wohnungsnähe» abholen könnten.

Die Kosten für solche Waffenaufbewahrungs-Stellen würden wohl die Initianten übernehmen – oder? Auch dieser Vorschlag ist doch nichts anderes als ein untauglicher Versuch, das wahre Ziel der Entwaffnungsinitiative, nämlich die Armeezerstörung, zu tarnen.

Entwaffnung aller Wehrmänner, also all jener, die sorgfältigen Umgang mit der Waffe gelernt haben, die ihre Verantwortung im Umgang mit der persönlichen Waffe tausendfach bewiesen haben: Ob das ein Beitrag ist zu «mehr Sicherheit in der Schweiz»?

Mitnichten! Wer die Verantwortungsbewussten, wer die Wehrmänner entwaffnet, schafft ein Waffenmonopol für Kriminelle, auch für ausländische Kriminelle. Diese reiben sich die Hände, wenn sie bei der Vorbereitung eines Verbrechens genau wissen, dass sie die einzigen sind, die über Waffen verfügen. Um so skrupelloser werden diese Kriminellen ihre Waffen einsetzen. Wer die Verantwortungsbewussten entwaffnet und damit faktisch ein Waffenmonopol für Kriminelle und für Ausländer schafft, der untergräbt die Sicherheit der Schweiz.

Ulrich Schlüer, Nationalrat

10.11.2010